|
Geschrieben von Pat
|
|
Montag, 16. April 2007 |
|
Seite 3 von 8 Die Tür flog auf und Richard erschrak. Die beiden Männer verließen den Raum, eine Frau kam herein. "Bleib sitzen!" fuhr sie ihn schon aus der Entfernung an. Sie kam näher, stellte sich vor ihn. Sie stand, er saß. "Hier ist dein Geld!" sagte sie und reichte Richard einen Umschlag. Als er ihn nur zögend nehmen wollte, warf sie ihn verächtlich vor Richards Füße. Er ließ die Augen nicht von ihr. Sie war ganz in schwarz gekleidet - wirkte wie aus einer anderen Welt. Sie blickte ihn, der noch immer saß, von oben herab an. "Erinnerst du dich noch an den Text in der Anzeige?" fragte sie ihn fordernd. Richard nickte langsam. Als er den Mund zum Antworten öffnen wollte, zischte sie nur: "Schweig! Still!"
"Dich interessieren die Mittel und Tricks der guten alten Zeit?" Diesmal nickte Richard nur. "Nun...", während sie sprach, blickte sie ihn durchdringend an. "... diese Mittel kennen wir alle. Sie sind - sagen wir - aus der Mode." Es schien ihm, als huschte ein Lächeln über ihr Gesicht. "Zu mir kommen viele. Aber nur wenige nehmen das Angebot an." Unwillig stützte sie ihre Hände in die Hüfte. "Denn was ich anbiete ist die Erarbeitung von Willensstärke und Durchhaltevermögen." Prüfend sah sie ihm ins Gesicht, langsam näher kommend. "Meine Methoden tun weh!" Wieder ein Lächeln... Richards Herz schlug sehr kräftig. 'Mein Gott, welch eine Frau.' Seine Gedanken verloren sich ihn ihrer Erscheinung. Dann sprach sie sehr schnell und drehte sich auch weg von ihm: "Nun weißt du, um was es geht. Entscheide dich für den heutigen Tag, ob du bleibst oder wieder gehst. Dein Geld liegt dort. Heb es auf und geh oder -" Jetzt sah sie ihm wieder durchdringend in die Augen "- begib dich in meine Obhut und lerne!"
Er war nun komplett verwirrt, das ging ihm alles viel zu schnell. Es kämpften mehrere Seelen in Richards Brust. Eine Stimme sagte, dass das alles nur ein böser Traum sei und er gleich erwachen würde. Eine andere Stimme befahl: "Lass den Blödsinn! Nimm das Geld und geh!" und ganz leise, irgendwo tief in ihm drin fühlte er eine Mischung aus Angst, Anspannung und Erregung bei dem Gedanken, was geschehen könnte. Konnte er sich entscheiden?
Mitten in seinen wirren Gedanken spürte er ihren Griff an seinem Kinn: Sie ließ ihn zu sich hinaufschauen. "Und?" fragte sie spöttisch. Als sie ihn seine Augen schaute, lächelte sie süffisant. Sie nickte. "Du bleibst."
"Bleibst du?" sagte sie sehr laut zu ihm, der wieder sehr erschrak. Sein lautes "Ja!" erschreckte ihn wieder - hatte er das wirklich gesagt?
"Dann komm mit!" sprachs und drehte sich um - Richard stolperte nur hinterher.
|
|
Letzte Aktualisierung ( Freitag, 15. August 2008 )
|