Autor Thema: Von Schlappen und Kanzlern  (Gelesen 805 mal)

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Offline Federball

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Antw: Von Schlappen und Kanzlern
« Antwort #15 am: 26.10.2017 22:34:35 »
Ich schätze, das wird in Deutschland auf die Grundsicherung hinauslaufen von der Höhe her. Vorgesehenes Renteneintrittsalter mit 105  :-].
Ja gut, es arbeiten ja auch immer mehr Rentner in Deutschland und wenn es gesundheitlich nicht mehr hinhaut nutzt alles Geld nichts. Irgendwie haben sich die Leute bei uns damit abgefunden. Schröder hat es ja schon auf Eigenvorsorge hinauslaufen lassen. Er verhandelt auch wieder mit Erdogan. Die die wir sonst schelten wegen ihrer Auslandsjobs, scheinen jetzt die letzten Asse im Ärmel für schwierige Sachen zu sein.

Offline Pat

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Antw: Von Schlappen und Kanzlern
« Antwort #16 am: 29.10.2017 12:53:21 »
Stimmt, ist ein zweischneidiges Schwert und für die Betroffenen nicht lustig. Für D insofern besser, weil es die Wirtschaft ankurbelt und die Arbeitslosenzahlen senkt. Die Frage stellt sich was besser ist, Arbeit mit geringerem Verdienst oder keine Arbeit?

Die Frage ist halt, ob es so sein muss, dass sich manch einer mit 8,50 Euro Stundenlohn durchs Leben kämpft während sich andere mit wenig Skrupel die Säcke vollmachen.
In D gilt: Gewinne werden privatisiert und Verluste sozialisiert.
Dadurch geht die Schere zwischen  arm und reich immer weiter auseinander.

Leider hat sich die SPD nach meiner Beobachtung weiter von denen entfernt, die arm sind und die wenig verdienen. Würde sie sich deutlich auf deren Seite stellen, sähe es in Good old Germany anders aus. Gerechter.
Klar, Mutti Merkel macht - was man so sieht - einen guten Job , aber nur, weil die Opposition nicht den Stellenwert in den Medien hatte, der ihr zustehen würde, wäre hier die Berichterstattung objektiv. (Dass sie das ist, bezweifel ich.)

In dieser Hinsicht frage ich mich, wie es sein kann, dass Euronews nicht mehr auf Deutsch sendet. Jaja... es heißt, es gibt eine Möglichkeit, es auf Deutsch zu empfangen, via Internet und wenn man die Satellitenschüssel irgendwie anders ausrichtet. Toll.
Ich fühle mich verarscht.
Und ich fühle mich nicht gut informiert.
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(Anatole France)

Offline Viktor

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Antw: Von Schlappen und Kanzlern
« Antwort #17 am: 30.10.2017 23:29:45 »
Persönlich denke ich besser ein geringer Verdienst als gar keiner. Solange man im Arbeitsprozess steckt, sind die Chancen grösser, einen besser bezahlten Job zu finden, als wenn man längere Zeit arbeitslos ist. Wichtig ist natürlich auch, dass man sich ständig weiterbildet um seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. 

Das ein relativ kleiner Teil immer reicher wird, war schon immer so und wird sich auch niemals ändern. Dies lässt sich durch die Steuerprogression beim Einkommen und über die Mehrwertsteuer regeln. Tatsache ist, dass die Arbeitslosenzahlen in D im Vergleich tief sind und die Wirtschaft auf Hochtouren läuft. Es besteht ein Soziales Netz welches die Schwächsten auffängt, davon können andere Länder/Menschen auf unserem Planeten nur träumen.

Ich kenne in meinem weiteren Umfeld einige Menschen die "nur" das nötigste zum Leben haben, aber gleichwohl damit zufrieden sind. Einfach weil sie den Sinn des Lebens nicht im Materiellen sehen. Gut, es sind vorwiegend ältere Leute die in ihrer Kindheit noch gelernt haben mit wenig auszukommen und daher auch mit wenig zufrieden sind.

Was ich damit sagen will, es nützt mir nichts wenn ich auf die schauen welche die Säcke voll haben. Ich muss versuchen das Beste aus meiner Situation zu machen und den eigentlichen Sinn des Lebens für mich erkennen. Das Leben so gut es geht geniessen, selbst wenn das nur in bescheidenen Verhältnissen möglich ist. Auch die Reichsten müssen mal gehen und sie können nichts von ihrem ganzen Reichtum mitnehmen, das ist vielleicht die einzige Gerechtigkeit die es gibt.
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Offline Federball

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Antw: Von Schlappen und Kanzlern
« Antwort #18 am: 31.10.2017 02:43:00 »
Es war den Parteien zu eigen eine gewisse Perspektive zu vermitteln. Bei den konservativen Parteien das selbst erarbeitete Familienglück, bei den Grünen eine heilere Welt, bei den Linken ein Staat der Dinge regelt...
Kann man sich darüber streiten inwieweit diese Versprechen je erfüllt wurden, jedenfalls hat man daran geglaubt. Wenig zu haben ist nicht so das Problem, wie die Hoffnung darauf zu verlieren, dass sich das ändern wird oder ändern kann. Das verleitet dazu anderen nichts zu gönnen vor allen Dingen denjenigen die auch wenig oder nichts haben und man glaubt dem Etablierten nicht mehr und sucht sich eine eigene Welt. Warum ist dieser Trump so erfolgreich? Er verspricht eine heile Welt durch Einmauerung und was man nicht wahr haben möchte seien schlicht Unwahrheiten"Fake News". Ich denke hier wird in Deutschland viel ausgeblendet, aber so weit wie in Amerika sind wir noch nicht. Ich fürchte nur den Anteil der Bevölkerung, der sich als abgehängt begreift, nicht mehr versucht so zu agieren, wie Viktor es vorschlägt, was ja eigentlich vernünftig ist.
Die Schweiz hat davon profitiert, dass gute Arbeiter glaubten, es hier in Deutschland nicht mehr so weit zu bringen, trotz aller Anstrengungen. Die kehren zu einem Teil nach Deutschland zurück, sehen da wieder Chancen. Nur die die keine Chancen sehen, die haben die Parteien nicht mitgenommen, sind teilweise nicht im Wahlergebnis sichtbar, weil sie gar nicht mehr wählen gehen. Irgendwann schlägt dann die Stunde der Bauernfänger, zum Teil jetzt schon, wir hatten einen deutlichen Anteil an Protestwählern. Das ist nicht rational oder von Wirtschaftsdaten abhängig, da braucht es einen Blick in die Seele der Menschen. Wir hatten Politiker, die konnten das, in die Seelen schauen, Schröder der konnte begeistern mit hol mir mal ´ne Flasche Bier nähe vermitteln, Telekom als Volksaktie als Rentenlösung verkaufen, mit ernsten Reden Opferbereitschaft wecken... Merkel kann das nicht in der Weise, die stellt alles als gegeben dar und dass sie dann bestmöglich entscheidet. Sie ist eine gute Kraft, nur kann sie keine Hoffnung wecken, seit Jahren bei vielen nicht, dazu ist sie zu nüchtern. Die Presse hat sich darauf eingestellt, was ich ihr nicht unbedingt vorwerfe, die Merkelt auch, bringt die Leidenschaft nicht auf, das ist seriös, nur eben rein die Pflicht anstatt auch die Kür. Klar, die seriöse Presse hat Angst Populisten in die Hand zu spielen, Parteien wie der AfD zu viel Raum zu geben. Deutschland macht einen Drahtseilakt, auch im Hinblick auf seine Vergangenheit und einem gespaltenem Volk, der vom Ausland her nicht so leicht nachzuvollziehen ist.

Offline Viktor

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Antw: Von Schlappen und Kanzlern
« Antwort #19 am: 01.11.2017 00:40:24 »
Ich fürchte nur den Anteil der Bevölkerung, der sich als abgehängt begreift, nicht mehr versucht so zu agieren, wie Viktor es vorschlägt, was ja eigentlich vernünftig ist.

Meine Erfahrung ist, dass die Leute die wenig haben, eher besser damit zurecht kommen. Die Ängste kommen eher von der Mittelschicht, welche befürchten ganz nach unten abzurutschen. Einfach weil man sich zu sehr auf materielle Dinge konzentriert. Wir müssen von diesem Denken langsam aber sicher wegkommen, denn es führt letztlich in eine Sackgasse.

Wann ging es Deutschland jemals besser als jetzt? Und trotzdem scheint eine grosse Unzufriedenheit vorhanden zu sein. Ist das wirklich der Sinn unseres Lebens...?
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Offline Federball

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Antw: Von Schlappen und Kanzlern
« Antwort #20 am: 01.11.2017 12:17:11 »
Es gibt einfach Gegenden in Deutschland, da werden die Bewohner nicht mehr beachtet:
newbielink:https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/nicht-einmal-die-fl%C3%BCchtlinge-wollten-bleiben/ar-AAuiLrq?li=AAaxdRI&ocid=spartandhp [nonactive]
Trotz brummender Wirtschaft keine anständige Infrastruktur.
Inzwischen ein überdimensionierter Bundestag mit 709 Politikern, 300 Millionen Euro mehr Kosten in der Legislaturperiode als sonst:
newbielink:https://www.tagesschau.de/inland/bundestag-kosten-103.html [nonactive]
Sollte man nicht, wenn man anderen Einschränkungen zumutet selbst etwas bescheidener sein? Was lebt man dem Bürger vor?

Offline Pat

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« Antwort #21 am: 01.11.2017 17:40:50 »
Wann ging es Deutschland jemals besser als jetzt?

Wer ist Deutschland?

Ich wohne auf dem Land. Es sind nicht wirklich viele Menschen hier. Viele Alte, wenig Junge. Die Asylbewerber wurden in die Städte umverteilt, damit sind es noch weniger Kinder.
Es gibt kaum Handwerk, dafür Altenwohnheime. Wir haben Edeka, Aldi und Co.
Und wisst ihr, was wir noch haben?
Die Tafel.
Und eine Abgabestelle für gebrauchter Kleidung und Haushaltstextilien.
Weil: Wir haben auch sehr arme Menschen hier. Auf dem Dorf.

Wir sind Deutschland, aber sooo gut geht es uns nicht (mehr).
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Offline Federball

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« Antwort #22 am: 01.11.2017 19:25:35 »
Ob mit einer SPD in der Opposition das Wegsehen aufhört - ich bin gespannt.

Offline Viktor

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Antw: Von Schlappen und Kanzlern
« Antwort #23 am: 01.11.2017 21:03:35 »
Ich wohne auch auf dem Land und schätze die Ruhe da sehr. Aber noch mehr geniesse ich die wunderschöne Natur, welche sich Tag für Tag verändert. In der Stadt möchte ich nicht wohnen, da hat es mir zu viele Menschen, es ist für mich zu stressig und zu oberflächlich. Gehe aber gleichwohl gerne in die Stadt, weil es dort z.B. auch schöne Plätze und Sehenswürdigkeiten gibt.

Letzte Woche war ich bei meiner 93 jährigen Tante im Altenheim auf dem Land zu Besuch. Sie fühlt sich dort sehr wohl, es herrscht ein angenehmes Klima zwischen den Insassen und dem Pflegepersonal. Sie sagte mir das sie es sehr schätze und gut habe, wenn sie daran denke wie es anderen Menschen auf dieser Welt geht. Sie war Krankenschwester und hatte in ihrem langen Leben sehr viel erlebt. Bis vor 5 Jahren lebte sie noch alleine, pflegte ihren schönen Garten auf dem Land, der ihr sehr viel bedeutete. Auch heute macht sie noch täglich ihr Zimmer selber, zur grossen Freude des Pflegepersonals, welches sehr oft gestresst ist (Sparmassnahmen). Sie sagt, sie hätte ja genügend Zeit. Selber gehen kann sie nur noch mit dem Rollator, aber immer noch zackig. Oftmals besucht sie noch den Supermarkt ganz in ihrer Nähe um sich etwas zum lesen zu kaufen.

Ehrlich gesagt bewundere ich sie für ihre positive Einstellung, Bescheidenheit und ihren Lebenswillen. Ich werde sie bald wieder besuchen.

Auch bei uns gibt es in jedem Dorf Abgabestellen für gebrauchte Kleider und allerlei Utensilien. Ich finde das sehr positiv, denn ich habe in meiner Kindheit schliesslich auch gebrauchte Kleider von Verwandten und Bekannten getragen. Heute werden diese in der Regel durch die Hilfswerke in arme Länder zur Nothilfe gebracht. Eine sehr sinnvolle Sache und auch ein Zeichen gegen unsere Wegwerfgesellschaft (z.B. ca. 80% der täglichen Lebensmittel).     

Ach ja, mich würde noch immer interessieren wann es Deutschland besser ging als jetzt? Immerhin hatte D auch die Wiedervereinigung zu verkraften, was eine grosse Leistung war, wie ich finde.     
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Offline Federball

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Antw: Von Schlappen und Kanzlern
« Antwort #24 am: 02.11.2017 18:31:59 »
Naja mir wäre eine Staatsverschuldung wie vor 2009 schon ganz recht. Es konsolidiert sich zwar, aber es ist trotzdem eine immense Hypothek auf die Zukunft. Aber ok, das wird so eine Diskussion, ob man das Glas halb leer oder halb voll sieht.

Offline Viktor

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« Antwort #25 am: 02.11.2017 19:53:17 »
Stimmt Federball, das sind immer noch die Folgen der Finanzkrise. Diese sollten jedoch durch die gute Wirtschaftslage kontinuierlich wieder abgebaut werden, sofern diese nachhaltig bleibt. Durch Basel III werden z.B. die Finanzinstitute gezwungen höhere Eigenmittel zu hinterlegen. Somit müssen sie auch die Risiken runter fahren. 

Wenn dann die Zinsen in den nächsten 2-3 Jahren wieder in den Plusbereich kommen, dürfte der Abbau der Staatsschulden noch beschleunigt werden. 
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