Autor Thema: Von Schlappen und Kanzlern  (Gelesen 804 mal)

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Offline carsten

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Von Schlappen und Kanzlern
« am: 01.10.2017 14:25:57 »
Die Arbeiterklasse wo ist sie nur hin?
Ohne sie macht doch links keinen Sinn.
Herr Schulz, Du wolltest kein Kanzler sein,
Du hast's oft gesagt, aber gar nicht gemeint.
Nicht wie der Karl bist Du auserkoren,
nur zum Verlierer warst Du geboren.
Nun bist Du doch kein großer Held
in einer digitalen Welt
und fährst dahin im E-Mobil,
hast nur noch Würselen als Ziel.
Denn nicht die Lektüre des Kickers allein
befähigt den Mann, ein Kanzler zu sein.
Was soll'n wir nur tun, wenn EZB einst enthüllt,
den Fördereliten die Taschen nicht füllt
mit viel billigem Geld
was das Zeuge nur hält.
Dann laufen wir rum um die Löcher gegraben
und haben nichts mehr als Fragen.
Ein guter Mann bleibt immer ein Anfänger

Offline Federball

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Antw: Von Schlappen und Kanzlern
« Antwort #1 am: 01.10.2017 17:32:27 »
Ich glaube viele politische Bilder gehören der Vergangenheit an. Arbeiterklasse, wer sieht sich so im klassischen Sinne? Die SPD hat zu lange von der Vergangenheit gezehrt und die Regierung lebt von guten Rahmenbedingungen im Moment. Insofern finde ich das ganz treffend. Wer der Karl ist frage ich mich allerdings.

Offline carsten

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Antw: Von Schlappen und Kanzlern
« Antwort #2 am: 01.10.2017 19:17:19 »
Wer der Karl ist frage ich mich allerdings.

Gemeint ist Karl der Große, Martin Schulz ist Karlspreisträger (Anm. d. Red.).
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Offline Federball

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Antw: Von Schlappen und Kanzlern
« Antwort #3 am: 01.10.2017 20:02:12 »
Ui da sieh an.

Offline Viktor

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Antw: Von Schlappen und Kanzlern
« Antwort #4 am: 14.10.2017 00:15:21 »
Ich glaube viele politische Bilder gehören der Vergangenheit an. Arbeiterklasse, wer sieht sich so im klassischen Sinne? Die SPD hat zu lange von der Vergangenheit gezehrt und die Regierung lebt von guten Rahmenbedingungen im Moment. Insofern finde ich das ganz treffend. Wer der Karl ist frage ich mich allerdings.

Aber ist die Regierung nicht auch für diese guten Rahmenbedingungen verantwortlich. So leicht war ja das Umfeld seit Ausbruch der Finanzkrise nicht oder?
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Offline Federball

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Antw: Von Schlappen und Kanzlern
« Antwort #5 am: 14.10.2017 17:09:05 »
Naja, wir sind eine sehr exportorientierte Nation, deswegen geht es immer etwas gegenläufig. Bei Krisen geht der Euro runter und das kurbelt unsere Wirtschaft an.

Offline Viktor

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Antw: Von Schlappen und Kanzlern
« Antwort #6 am: 15.10.2017 00:47:18 »
Das hat auch seinen Grund Federball. Im Gegensatz zu den anderen EU-Ländern erhöhte D über ein Jahrzehnt die Löhne nicht. Dadurch konnte man billiger produzieren und erreichte Vollbeschäftigung. D stieg zusammen mit China in den letzten Jahren zum Exportweltmeister hoch und lösten die USA ab.

Im Vergleich stiegen die Löhne in den südeuropäischen Ländern im gleichen Zeitraum um 15%, was auch zulasten der Arbeitsplätze ging. Der Euro wurde einerseits gezielt geschwächt durch die Anleihenkäufe der EZB und natürlich auch durch die Finanzkrise und die Aufnahme weiterer Länder in die EU.

Nun dürfte die expansive Geldpolitik der EU sich langsam dem Ende zu neigen und der Euro wieder stärker werden, letzteres ist ja bereits der Fall.   
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Offline Federball

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Antw: Von Schlappen und Kanzlern
« Antwort #7 am: 15.10.2017 12:01:55 »
Naja Lohnverzicht und Vollbeschäftigung über einen prekären Beschäftigungssektor, da verstehe ich den Frust der SPD-Klientel schon. Mit der Situation in Griechenland möchte man nicht tauschen, aber so ganz glücklich ist man nicht.

Offline Viktor

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Antw: Von Schlappen und Kanzlern
« Antwort #8 am: 15.10.2017 14:00:40 »
Stimmt, ist ein zweischneidiges Schwert und für die Betroffenen nicht lustig. Für D insofern besser, weil es die Wirtschaft ankurbelt und die Arbeitslosenzahlen senkt. Die Frage stellt sich was besser ist, Arbeit mit geringerem Verdienst oder keine Arbeit?
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Offline Federball

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Antw: Von Schlappen und Kanzlern
« Antwort #9 am: 16.10.2017 17:22:07 »
Für den Einzelnen ist es sicher besser, wenn er Arbeit hat. Allerdings hat der Staat damit begonnen durch "Aufstocken" indirekt zu subventionieren. Das verzerrt die ganze Sache. Sollten dadurch besser bezahlte Jobs verloren gehen, weil Betriebe mit indirekt geförderten Lohndumping konkurrenzfähiger sind unterhöhlt man die Wirtschaft.  :rauche:

Offline Viktor

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Antw: Von Schlappen und Kanzlern
« Antwort #10 am: 16.10.2017 22:27:51 »
Aktuell sind die Löhne in D ja eher wieder am steigen. Das ist einerseits wegen der guten Wirtschaftslage und andererseits dort wo gute Fachkräfte gefragt sind. Das erfahren wir auch in der Schweiz, indem viele Fachkräfte wieder nach D zurück gehen.

Jobs gehen am ehesten dort verloren, wo man Menschen durch die Digitalisierung (z.B. Roboter) ersetzen kann. Wobei da auch wieder neue Jobs geschaffen werden. Nicht zu vergessen sind die Babyboomer, welche in den nächsten 10-20 Jahren in Rente gehen.   
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Offline Federball

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Antw: Von Schlappen und Kanzlern
« Antwort #11 am: 19.10.2017 18:08:24 »
Schauen wir mal, 10 bis 20 Jahre sind eine lange Zeit.

Offline Viktor

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Antw: Von Schlappen und Kanzlern
« Antwort #12 am: 22.10.2017 01:55:32 »
Es hat bereits begonnen, in 5 Jahren gehen in der CH bereits mehr 65 Jährige (manche schon früher) in Rente, als 20 Jährige Partys feiern werden. Der Höhepunkt wird 2030 erreicht, also in gut 12 Jahren, danach wird es langsam abnehmen. Die finanzielle Belastung auf die arbeitende Bevölkerung, welche immer kleiner wird, wird also ständig steigen.

Es wird eine sehr grosse Herausforderung, die bisher immer hinausgeschoben wurde. In der Regel braucht es ein paar Jahre bis Korrekturen politisch durchgebracht werden und bis sie dann auch greifen. Hinzu kommt, je länger man es vor sich her schiebt, desto teurer wird es letztlich. Wenn 2030 eine Million mehr Leute in Rente sind und diese im Arbeitsprozess fehlen, wird das drastische Auswirkungen haben. Diese zahlen nicht nur nicht mehr ein, sondern kassieren auch noch Rente. Im Prinzip müssten alle jetzt schon mehr einzahlen oder länger arbeiten, damit es für alle etwas erträglicher wird.

 
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Offline Federball

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Antw: Von Schlappen und Kanzlern
« Antwort #13 am: 22.10.2017 23:47:44 »
Der erste Schritt wäre mal nach Österreich zu schauen:
newbielink:http://www.focus.de/finanzen/altersvorsorge/rente/selbst-wirtschaftsweiser-war-ueberfragt-staunen-bei-illner-warum-gibt-es-in-oesterreich-40-prozent-mehr-rente_id_6255294.html [nonactive]

"Alle" als Stichwort.

Offline Viktor

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Antw: Von Schlappen und Kanzlern
« Antwort #14 am: 24.10.2017 21:25:54 »
Okay, da geht es um die Höhe der ausbezahlten Renten. Beim Problem der Babyboomer geht es aber darum, ob und wie die Renten noch finanziert werden können. Will heissen, wenn die Babyboomer alle in Pension sind, sind viel weniger Erwerbstätige im Arbeitsprozess, welche die Renten dieser finanzieren.
Bei uns kamen bisher 4 Erwerbstätige auf einen Rentner, künftig sind es noch 2 auf einen. Das ändert sich dann erst nach 25 Jahren wieder, wenn wieder mehr junge Leute in den Arbeitsprozess einsteigen und die Babyboomer wegsterben. 

Eine sehr grosse und durchaus interessante Herausforderung die auf uns zu kommt.
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